(ava) Yasmina (12), Manuel (7) und Jessica (5) sind erstaunt. Eigentlich waren sie gemeinsam mit ihren Eltern in die Altstadt-Armenküche gegangen, um dort Mittag zu essen. Doch dann hatte Swantje Seubert von der Armenküche die Familie eine Straße weiter geschickt: ins Muschelhaus „Benders Marie“. Jetzt sitzen die Fünf an einem hübsch gedeckten Tisch, trinken Cola und essen Hähnchen mit Reis und Brokkoli. Das kam für die drei Kinder mindestens so überraschend wie die Geschenke am Weihnachtsabend. „Etwas von Playmobil, wir haben lange drauf gespart“, sagt Jessicas Mama.
Zum elften Mal hat Wirt Dirk Hoffmann Gäste der Armenküche zwischen den Jahren in seine Gaststätte eingeladen. Im Laufe des Nachmittags kommen mehr als hundert bedürftige Menschen zum Essen. „Viele sind richtige Stammgäste. Sie kommen schon das elfte Mal“, sagt Hoffmann. An diesem Mittag arbeiten sechs seiner Angestellten ehrenamtlich, um die Gäste zu bedienen. Auch der pensionierte Polizeioberkommissar Dieter Prühl, dessen Revier lange Jahre die Altstadt war, hat sich als Kellner zur Verfügung gestellt, serviert den Gästen das Altbier. Unter ihnen sind auch solche, die keine feste Wohnung haben. Etwa Wolfgang, der nach seiner Haft bei seiner Schwester untergekommen ist und auf einen Platz in einer Wohngruppe wartet. Er freut sich über heißen Kaffee und Hähnchen. „Das ist wie eine nachträgliche Weihnachtsüberraschung!“







