fiftyfifty vom 2. Juli 2008
Dies ist doch kein Junkie-Hotel - Wohnungslose im Krankenhaus
Der Artikel beginnt mit dem Fall eines Wohnungslosen, der ohne Schuhe aus dem Gerresheimer Krankenhaus in Düsseldorfentlassen worden war. Noch bevor der Artikel erschien, hat es ein ausführliches Gespräch zwischen einer Streetworkerin der Diakonie und mir sowie den evangelischen und katholischen Vertretern der dortigen Krankenhausseelsorge, Pfr. Schnapp und Schwester Christa Käthen, gegeben. Alle aus dem Krankenhaus Beteiligten bedauerten diesen Vorfall außerordentlich und entschuldigten sich bei dem Betroffenen mit einem neuen Paar Schuhe. Meine Kollegin und ich nutzten die Gelegenheit, von unseren Erfahrungen im Umgang mit Wohnungslosen in Krankenhäusern zu berichten und lösten damit große Betroffenheit aus. Pfr. Schnapp und Schwester Christa Kothen sicherten uns zu, die Problematik in ihren jeweiligen Arbeitskreisen für Krankenhausseelsorge zu verbreiten, um auf diesem Weg zu einer besseren Achtsamkeit im Umgang mit den Betroffenen beizutragen. Wenn dies gelingt, hat das Geschehene wenigstens auch eine gute Seite gehabt. Über strukturelle Probleme, die verhindern, dass Wohnungslose überhaupt erst in den Krankenhäusern aufgenommen oder unangekündigt viel zu früh auf die Straße entlassen werden, konnten wir auch sprechen, dafür ließen sich aber leider noch keine Losungen finden.
Marion Gather, Sozialarbeiterin der Altstadt-Armenküche in Düsseldorf.







