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Armenküche wappnet sich gegen Wildpinkler

Rheinische Post vom 02.03.2011

 

VON JULIANE KAELBERLAH UND STEFANI GEILHAUSEN

Das Bier, das im Straßenkarneval literweise getrunken wird, muss irgendwann auch wieder raus - und dazu benutzt leider nicht jeder die öffentlichen Toiletten. Ein bekanntes Problem, dem die Altstädter seit Jahren mit allen Mitteln entgegenzuwirken versuchen - da gab es Plakataktionen und Schutzbleche, die verhindern sollten, dass Urin an den Fassaden entlang in die Keller rinnt.
Die Armenküche für Obdach- und Mittellose bringt dabei ihre sonst so vorteilhafte Lage in die Bredouille. Denn direkt neben ihrem Eingang im Rathauskomplex am Burgplatz befinden sich die öffentlichen Toiletten, die vom Altweiber-Donnerstag bis zum Veilchendienstagmorgen grundsätzlich überlastet sind. Statt sich in die langen Warteschlangen für die Toiletten einzureihen, werden vor allem Männer lieber zu Wildpinklern, die sich hinter dem großen grünen Tor, erleichtern - direkt neben dem Kücheneingang. Daran haben auch die vor einigen Jahren auf dem Burgplatz installierten Pissoirs nichts geändert.
Deshalb greift die Armenküche jetzt zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Eine Muffin-Barrikade soll helfen. Wenn morgen von 12 bis 14.30 Uhr die Mitarbeiter der Armenküche im Eingangstor süße Kuchen anbieten, wird sich wohl kein Wildpinkler direkt daneben an die Wand trauen. Und die für die Muffins erbetene Spende bringt der Armenküche einen positiven Nebeneffekt.