Pressespiegel
Armenküche lud ein
Eine volle Mahlzeit für eine Spende
Der Hunger war groß: 500 Liter Erbsensuppe, gekocht von den Maltesern, und 700 Grillwürstchen fanden am Samstag vor dem Rathaus reißenden Absatz. Schon traditionell lädt fie Armenküche einmal im Jahr arme wie reiche Düsseldorfer auf den Marktplatz ein.
Trotz heftiger Regen- und Gewitterschauer kamen viele Besucher vorbei, angelockt auch von den musikalischen Klängen des Jolly Jazz Orchestra sowie von Heavy Gummi und Hick-O-Rhythm. Zur Suppe - um eine freiwillige Spende wurde gebeten - und zum Würstchen gab's Bier.
Manche Besucher nutzten die Gelegenheit, die kleinen Räume der Armenküche am Burgplatz 3 zu besichtigen. Seit zwölf Jahren kochen dort 60 Ehrenamtliche täglich 80 bis 150 Essen für Wohnungslose. Die Berufstätigen, Rentner, Hausfrauen und Studierenden schälen, putzen, bediehnen, kochen und reden mit den Gästen. Koordiniert wird die Küchenarbeit von drei Teilzeitkräften. Sozialarbeiterin Marion Gather berät fachlich und vermittelt den Wohnungslosen weiter führende Hilfe.
Die Armenküche lebt ausschließlich von Spenden, öffentliche Zuschüsse bekommt sie nicht. Die Mitarbeiter der Armenküche bitten ihre Gäste um eine Spende von 50 Cent pro Mahlzeit. "Das ist auch für die Wohnungslosen würdevoller, als zu betteln", sagt Gather. "Wer kein Geld hat, bekommt natürlich trotzdem etwas zu essen."

Essen für guten Zweck
Altstadt-Armenküche lud zu Suppe und Musik auf den Marktplatz ein
DÜSSELDORF. Sonnenschein und Regengüsse wechselten sich ab - kein Grund für die Altstatd-Armenküche, ihr "Open-Air-Essen" abzusagen oder in ein festes Gebäude zu verlegen. Der Publikumserfolg gab den mutig durchhaltenden Organisatoren Recht. Auch das "Jolly Jazz Orchestra", "Heavy Gummi" und "Hick-O-Rhythm" zogen mit ihrer Musik Neugierige auf den Marktplatz vor dem Rathhaus.Allen Wetter-Widrigkeiten zum Trotz wurden über 500 Liter von den Maltesern gekochte Erbsensuppe und mehr als 700 Grillwürstchen verkauft. Der Erlös kommt der Arbeit der Armenküche zugute. "Manch ein Besucher, der die Gelegenheit nutzte, die kleinen Räume der Armenküche gleich nebenan zu besichtigen, war erstaunt, dass hier schon seit fast zwölf Jahren täglich 80 bis 140 Gäste bedient werden", so Pater Wolfgang Sieffert OP für den Trägerverein "Altstadt-Armenküche".
"Die kleinen Räume am Burgplatz 3", berichtete Johanna Lochner, Leiterin der Küche, "und das Essen in kleinen Gruppen tragen zu der familiären Atmosphäre bei, die von unseren Gästen geschätzt wird." Seit seinen Anfängen lebt das Projekt, in dem fast 60 Ehrenamtliche helfen, ausschließlich von Spenden. "Auch dafür soll dieses Fest ein Dankeschön sein", betonte Marion Gather, bei der Altstadt-Armenküche für Sozial- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Nicht zuletzt wegen seiner Ordenskleidung bestens sichtbar, wirbelte Pater Wolfgang durch alle Ecken des Festgeländes. Auch ein Sturz beim Sprung auf die Bühne hielt ihn nicht davon ab, gemeinsam mit "Hick-O-Rhytm" eine fetzige Vorführung seiner Mundharmonika-Künste zu geben.
Ansturm auf die Armen
24 000 Haushalte haben weniger als 700 Euro im Monat
Von PHILIPP SCHMITZ-WATERS
Die erschreckenden Zahlen: Rund 24 000 Haushalte müssen mit weniger als 700 Euro im Monat auskommen, leben damit unterhalb der so genannten Armutsgrenze. „Als wir anfingen, kamen täglich 50 Hungernde zum Essen, heute sind es über 200", klagt Franziskanerbruder Peter Amendt von der Armenspeisung Bruder-Firminus-Klause.
Auffallend zugenommen hat die Anzahl der Rentner, die täglich auf die Mahlzeiten in einer der 13 Düsseldorfer Armenküchen warten. 6300 Düsseldorfer über 65 leben unterhalb der Armutsgrenze. „Am Ende des Monats bleibt von meiner kleinen Rente nichts übrig. Ich bin krank. Wenn ich die Miete und die 120 Euro für meine Medikamente bezahlt habe, weiß ich nicht, wovon ich das Essen bezahlen soll", klagt Hermann Fischer (71).
In der Armenküche am Burgplatz kochen
Hanni Wahlich (vorn) und Swantje Seubert
Kein Einzelfall. Viele der Betroffenen haben mehr als 40 Jahre hart gearbeitet und in die Rentenkassen eingezahlt. Bruno Kuschnik (70) kostete es viel Überwindung, die Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter anzunehmen. „Ich fühle mich betrogen. Wofür habe ich denn mein ganzes Leben lang geschuftet? Ich kann mir seit der Euro-Einführung gar nichts mehr leisten." Auch Herbert Sass (74) schimpft: „Hin und wieder mal so wie früher ein Bierchen zischen - ist nicht mehr drin."
Die soziale Not in der Stadt der Millionäre (über 3000 gibt es in Düsseldorf) wird immer größer. Über 15 000 Langzeitarbeitslose leben hier (insgesamt 36 000 Arbeitslose). Und gerade jetzt droht der Bruder-Firminus-Klause das finanzielle Aus. Wenn die Stiftung nicht zusätzliche Spendengelder bekommt, wird es die Speisung bald nicht mehr geben. Dabei reicht bereits ein Euro, um den Bedürftigen eine warme Mahlzeit und eine Tasse Kaffee anzubieten. Diese Probleme hat auch die Armenspeisung in der Altstadt. Hier kamen in den letzten eineinhalb Jahren übrigens fünfmal mehr Frauen als zuvor. „Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird immer gewaltiger. Das Arbeitslosengeld II macht bei vielen den Unterschied. Die 100 Euro weniger im Monat bedeuten oftmals, dass der Essenstisch leer bleibt. Daran gehen häufig ganze Familien kaputt", berichtet Sozialarbeiter Holger Kirchhöfer.
Wer den Armenküchen helfen möchte, egal ob mit Spenden oder als freiwilliger Helfer, sollte anrufen unter 02 11/3 23 77 80 (Armenküche am Burgplatz) oder 02 11/90 69 00 (Bruder-Firminus-Klause).
Artikel der lokalen Presse zum Winterprojekt "Buscafé Untere Rheinwerft" 2003/2004
"Kunst in der Rotunde" hilft Altstadt-Armenküche Düsseldorf. (Ruhr Nachrichten vom 26.04.2004)







