Sozialarbeit

Trotz - oder wegen? - des großen Einsatzes aller Beteiligten spürten wir schon lange, dass es eigentlich nötig wäre, eine weitere Person zu haben, die sich mit der nötigen Sachkenntnis um die immer wiederkehrenden Nöte der Gäste kümmert. Für unsere Mitwirkenden ist es oft belastend, bedrückende Geschichten immer wieder anzuhören, aber kaum oder gar nicht weiterhelfen zu können.

So sind wir froh, daß seit April 1994 Frau Marion Gather als Sozialarbeiterin mit einer Teilzeitstelle in der Armenküche mitarbeitet. Sie ist da für Gespräche, Hilfe bei Ämterkontakten, Wohnungssuche usw. Frau Gather tut das in fachlicher Kooperation mit anderen Trägern, so dass die Armenküche auf ihrem Gebiet nicht isoliert neben anderen Einrichtungen arbeitet. Zwar hat sie nur ein sehr kleines Büro für Gespräche und ihre sonstige Arbeit, doch ist Frau Gather trotz aller Enge und Improvisation mit vollem Einsatz dabei.

Zu ihren Aufgaben gehört auch Öffentlichkeitsarbeit in Gesprächen, Vorträgen und Predigten. Außerdem ist sie für die Ehrenamtlichen Ansprechpartnerin u.a. für fachliche Fragen. Nach Terminabsprache bietet Frau Gather auch alternative Stadtführungen an, bei denen anschaulich das Leben auf der Straße mit all seinen Problemen dargestellt wird. 

Projekte der Sozialarbeit

aXept! - Altstadt Streetwork und Zusammenarbeit

Zum aktuellen Jahresbericht axept! - Altstadt Streetwork und Zusammenarbeit

Oder direkt zur neuen Webseite von aXept : www.axept-altstadt.de

Von Anfang an sind MitarbeiterInnen der Armenküche auch auf den Straßen der Altstadt unterwegs gewesen - doch immer neben ihrer Arbeit in der Küche. So entstand im "Initiativkreis Armut in Düsseldorf" die Forderung nach einem eigenständigen Projekt für die Streetwork in unserem Viertel. Seit dem Jahr 2000 gibt es "aXept! - Altstadt Streetwork und Zusammenarbeit", Thomas Wagner und Christa C. Diederichs sind hier die festen MitarbeiterInnen. Sie gehen den Leuten auf der Straße nach, sprechen an, bauen Vertrauen auf, vermitteln Hilfe und Selbstbewusstsein.
Im Büro auf der Mertensgasse 12 (Altstadt, 40213 Düsseldorf), bietet aXept! montags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr eine offene Sprechstunde an sowie dienstags nach Vereinbarung.

Telefon 0211/8681842
Fax 0211/8681843.
Mail axept@gmx.de

aXept! – Altstadt- Streetwork und Zusammenarbeit wurde im Mai 2000 als zunächst einjähriges von der Stadt Düsseldorf finanziertes Projekt mit drei Schwerpunkten eingerichtet:

  1. Streetwork für Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf den Straßen in der Düsseldorfer Altstadt haben. Dabei geht es vor allem um Vermittlungsangebote in bestehende soziale Einrichtungen;
  2. Vernetzung und Koordinierung bestehender Hilfsangebote für Menschen auf der Straße. Dabei werden bestehende Kooperationen und Arbeitskreise genutzt;
  3. Moderation und Schlichtung bei Konflikten zwischen AltstadtanliegerInnen und den Menschen auf der Straße sind Teil des gemeinwesenorientierten Ansatzes von aXept. Hier sollen durch Austausch, Information und Kontakte gegenseitige Toleranz, Akzeptanz und Miteinander erreicht werden.


Das Projekt ist entstanden aus der Forderung des "Initiativkreises Armut" nach mehr und gezielter streetwork in der Düsseldorfer Innenstadt und beruht außerdem auf den Grundideen der "Ökumenischen Erklärung". Seit 2002 arbeiten zwei sozialarbeiterische Fachkräfte mit jeweils voller Stelle für aXept!. aXept! will ein verbessertes Miteinander aller  AltstadtnutzerInnen durch Konfliktmanagement, Mediation und Beteiligung erreichen und hat dabei vor allem die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen auf der Straße im Blick. In Trägerschaft des Vereins "Altstadt-Armenküche e.V." arbeitet aXept! vom Büro in der Kurze Straße 7 aus mit Wohnungslosen, Anwohnern, Geschäftsleuten, sozialen Einrichtungen, Politik, Kirchengemeinden und Verwaltung zusammen. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern ist eine offene Beratung entstanden, die rege genutzt wird. Seit 2009 ist die Streetwork von aXept! z.T. integriert in den Verbund der "Zentralen Fachstelle für Wohnungslosenhilfe". Gemeinsame Streetwork findet auch mit anderen Partnern statt. Die enge Kooperation mit anderen Anbietern der Wohnungslosen-, Drogen-, Jugend- und Gesundheitshilfe bietet eine Plattform, auf der aXept! seine Arbeit in der Altstadt gründet. Beratung und Betreuung der Menschen auf den Straßen der Altstadt, Unterstützung der Camps in den Rheinwiesen am Hafen, Initiierung und Beteiligung an einer von der Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik durchgeführten Stadtteilbefragung, Mitarbeit an einem Konzept für eine Tagesstätte in der Altstadt, Mitarbeit an  stadtteilrelevanten und zielgruppenorientierten Arbeitsgremien sind Schwerpunkte und Aufgaben von aXept!. Im Winter 2002/03 war aXept! an Entwicklung, Einrichtung und Durchführung des Buscafé Untere Rheinwerft beteiligt, das über sechs Monate täglich über 90 Menschen provisorischen Tagesaufenthalt und erste Kontakte ins Hilfesystem bot. Die Notwendigkeit einer permanenten Einrichtung dieser Art wurde überaus deutlich. aXept! setzt sich gemeinsam mit anderen Einrichtungen für die Umsetzung dieser Idee ein.
Über Anregungen und Kritik freuen sich: Christa Corinna Diederichs und Thomas Wagner für aXept! - Altstadt-Streetwork und Zusammenarbeit.

Buscafé "Untere Rheinwerft" (2003-2005)

Buscafé "Untere Rheinwerft"

Von Ende Oktober 2003 bis Ende März 2004 sowie auch 2004/05 betrieb die Armenküche als Träger in Kooperation mit fiftyfifty eine provisorische Wärmestube in der Altstadt. Auf dem Unteren Rheinwerft - direkt unterhalb von St. Lambätes - steht ein umgebauter Bus, der an allen Nachmittagen für alle Armen geöffnet ist. Dort ist es warm, es gibt Getränke und AnsprechpartnerInnen, die in Hilfeeinrichtungen weiter vermitteln können.

Schon im Winter 2003 war diese Wärmestube gut besucht: mehr als 80 Personen kamen durchschnittlich jeden Tag ins Buscafé. Vielen konnte geholfen werden, z. T. in langwierigen Prozessen, die von aXept! und fiftyfifty den ganzen Sommer über weiter geführt wurden: medizinische Notlagen, fehlende Papiere und Anmeldungen, Entgiftungen, Drogentherapien ...

Die Armenküche hat mit diesem Einsatz erreicht, dass es seit 2005 eine dauerhafte Tagesstätte in der Altstadt gibt.