2017

  • Presseartikel aus dem Jahre 2017

    Mit Rockern auf der Bühne. Düsseldorf coolster Pater (Express, 12.6.2017)

    Mit Rockern auf der Bühne. Düsseldorf coolster Pater
    Von Colja Schliewa 12.06.17, 11:12 Uhr

    Pater Wolfgang Sieffert an der Mundharmonika zusammen mit der Band "Inferno".
    Foto: Nicole Gehring

    Der Mönch mit der Mundharmonika: Er blies in sein Instrument, bis sich seine Kutte aufblähte: Bruder Wolfgang war der Star bei der samstäglichen Feier zum 25. Geburtstag der Düsseldorfer Armenküche. Ob bei den Punks von Cashbar Club, den Rockern von Inferno, oder den Rockabillys von den Panhandle Alks.

    Der Punk-Pater gab alles
    Der „Punk-Pater“ gab auf der Bühne alles. Besonders kniete der Franziskaner Mönch sich rein, als Inferno den Marius-Müller-Westernhagen-Klassiker „Mit 18“ spielte.
    „Mit 18 rannt’ ich in Düsseldorf ’rum“ und „Ich will zurück auf die Straße“ - da kennt der sympathische Geistliche etwas von. „Gar nicht so einfach, die ganze Zeit so richtig abzurocken“, fand Bruder Wolfgang, sichtlich außer Puste, zwischendurch.
    Und stand kurz darauf zum nächsten Einsatz wieder auf der Bühne. „Ist doch klar“, sagte der rockende Bruder. „Hier geben schließlich alle anderen auch absolut alles für den guten Zweck. Das ist von den Bands nicht hoch genug einzuschätzen.“
    Die Auftritte mit Wolfgang Sieffert: Höhepunkte eines Festes, bei dem auf dem Burgplatz 2000 Portionen Erbsensuppe, 1000 Grillwürstchen, Kaffee und Kuchen für das leibliche Wohl und klingelnde Kassen der Altstadt-Armenküche sorgten.

    Promis sammeln für Arme
    Die erste Kelle Erbsensuppe schenkte Max Claus von der Düsseldorfer Komödie aus. Er wurde von seinen Kollegen Dorkas Kiefer und Jan Kittmann aus dem aktuellen Stück „Trennung für Feiglinge“ und Jens Hajek, Julia Kelz und Rolf Berg aus der kommenden Produktion im August an der Steinstraße sowie der Theaterleiterin Katrin Schindler unterstützt. Alle sammelten  fleißig Spenden für die Armenküche.
    „Opa Haefs“, Fortunas Stadion DJ, Frontmann und Sänger der Punk-Band Cashbar Club, brachte CDs der Toten Hosen, von Fortunaspielern unterschriebene Trikots und anderes Merchandising der Bands mit, die reißenden Absatz zugunsten der Arbeit der Armenküche fanden. Damit alleine kamen über 700  Euro zusammen.

    – Quelle: www.express.de/27778334 ©2017

    Konzert der Armenküche (RP, 12.6.2017)

    Vorsichtig balanciert Karl-Heinz Gutmann einen Teller Erbsensuppe zu einem der Tische am Burgplatz. „Ganz einfach ist das bei den vielen Menschen nicht“, sagt er. Die Armenküche hatte am Samstag zu ihrem „Open Air Essen für Arme und Reiche“ auf den Burgplatz in der Altstadt eingeladen. Auch die Schauspieler der Komödie halfen bei der Suppenausgabe. „Ich bin sehr, sehr froh heute hier zu sein. Armut kann jeden treffen“, sagt Dorkas Kiefer. Katrin Schindler, Leiterin des Theaters an der Steinstraße, läuft mit einem riesigen Sparschwein herum und sammelt Spenden. Viele der zufälligen Besucher lassen sich von den Live-Bands anlocken. Nicht nur bei der Punkrock-Band Cashbar Club nimmt Moderator Pater Wolfgang seine Mundharmonika und begleitet die Musiker furios. „Ich freue mich, dass ich heute bei jeder Band einmal mitspielen darf“, sagt er strahlend.

    Pater Wolfgang (re.) spielte beim Konzert der Armenküche mit der Band Cashbar Club.

    Altstadt-Armenküche feiert 25. Geburtstag (WZ, 6.6.2017)

    Große Open-Air-Veranstaltung mit Bühnenprogramm und Essen für Arm und Reich.

     
    Altstadt-Armenküche
    Erbsensuppe gibt es für die Gäste kostenfrei.


    Düsseldorf. Die Altstadt-Armenküche, die sonst im Düsseldorfer Rathaus täglich ein frisch gekochtes Essen für Bedürftige anbietet, feiert unter freiem Himmel ihr 25-jähriges Bestehen. Auf dem Burgplatz bietet sie am Samstag, 10. Juni, in der Zeit von 12 bis 18 Uhr „Essen für Arme und Reiche“ an. Dazu werden mehr als 1000 Gäste erwartet.

    Oberbürgermeister Thomas Geisel eröffnet gemeinsam mit Schauspielern der Komödie um 12 Uhr die Ausgabe der klassischen Erbsensuppe, die von der Armenküche kostenfrei angeboten wird. Wer kann, darf spenden. Im Angebot außerdem gibt es gegen einen geringen Betrag zudem Grillwurst, Kaffee und Kuchen, Schumacher Alt und andere Getränke. Bis 18 Uhr unterhält ein Musikprogramm die Besucher. Alle Bands, die beim Open Air auftreten, verzichten auf ihre Gagen. Dieses Jahr sind das die Düsseldorfer Hardrocker von „Inferno“, „Cashbar Club“, eine Performance mit japanischen Taiko-Trommeln, die Düsseldorfer Kult-Band „Panhandle Alks“ und die Coverband „Firlefanz“.

    Mit seinem „Open Air – Essen für Arme und Reiche“ setzt der Verein „Altstadt-Armenküche“ . ein Zeichen für ein verantwortungsvolles Miteinander in der Stadt, Respekt vor Schwächeren und eine gerechte und menschenwürdige Gesellschaft. Unterstützt wird das Fest außer durch die Bands und unter anderem durch die Stadtwerke Düsseldorf. Die Altstadt-Armenküche finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Mehr Information gibt es im Internet:
    armenkueche.de
    www.wz.de/lokales/duesseldorf/open-air-veranstaltung-altstadt-armenkueche-feiert-25-geburtstag-1.2450510

    Düsseldorfer kochen für Bedürftige (das tor, 05 2017)

    Größter Wunsch:überflüssig zu sein (Kirchenzeitung, 14.4.2017)

    25 Jahre Armenküche in Düsseldorf (RP, 6.4.2017)

    25 Jahre Armenküche in Düsseldorf
    Düsseldorf. Zum Jubiläum gibt es Veranstaltungen und ein Fotobuch. Von Alessa Brings

    Mit Kraft rührt Inge Dreier in dem großen Topf mit Nudelsoße. Sie arbeitet ehrenamtlich in der Armenküche Düsseldorf. Hier, in einem Seitenflügel des Rathauses, werden täglich zwischen 12.30 und 14.30 Uhr bis zu 120 Mahlzeiten zubereitet und ausgegeben. Dazu braucht es viele helfende Hände. Mittlerweile arbeiten mehr als 60 Ehrenämtler für den Betrieb, der sich komplett aus Spenden finanziert. Die meisten arbeiten hier einmal die Woche, kochen, putzen und sprechen mit den Gästen. Drei Küchenkräfte sind fest angestellt und koordinieren die täglichen Abläufe.

    "Wir versuchen, auch auf Wünsche unserer Gäste einzugehen", sagt Christian Piel-Bruch, der in der Küche beschäftigt ist. Dies ist nicht immer möglich, doch bisher hat jeder glücklich und vor allem satt die Einrichtung verlassen.

    Holger Kirchhöfer und Marion Gather sind Sozialarbeiter und jeden Tag da. "Es geht nicht nur um das Essen, sondern auch um Kommunikation und Kultur", sagt Kirchhöfer und stellt einige Veranstaltungen vor, die anlässlich des Jubiläums geplant sind, zum Beispiel der Nachmittag "Kultur für Wohnungslose" am 23. Mai mit dem Düsseldorfer Pantomimen Nemo. In Zusammenarbeit mit dem Fotografen Kaan Düzer entstand ein Fotobuch über die Gäste der Küche, das am 16. Mai im Rahmen einer Vernissage zu Düzers Arbeit "frei sein - Die Punks von der Kapu" in der Rathaus-Galerie erscheint und zum Verkauf steht.

    Vorsitzender Pater Wolfgang Sieffert wünscht sich, dass die Armenküche in Zukunft überflüssig wird. Nicht, weil er seiner Arbeit nicht gerne nachgeht, sondern weil er hofft, dass die Lebensverhältnisse für jeden Menschen besser werden. "Wenn Hartz IV in Zukunft für ein würdevolles Leben ohne Stress bei diversen Ämtern, dafür aber mit Selbstbestimmung eines jeden ausreicht, wäre das ein Traum", sagt er.
    Quelle: RP

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/25-jahre-armenkueche-in-duesseldorf-aid-1.6738616

    Holger Kirchhöfer, Marion Gather, Johanna Lochner, Swantje Poschmann, Hubert Doods, Christian Piel-Bruch, Inge Dreier, Eva Ziob und Pater Wolfgang (v.l.) von der Altstadt-Armenküche

    Düsseldorfer Armenküche kocht seit 25 Jahren für Bedürftige (NRZ, 6.4.2017)

    Düsseldorfer Armenküche kocht seit 25 Jahren für Bedürftige
    Philipp Rose
    05.04.2017 - 21:00 Uhr
    Pater Wolfgang (rechts) und das Team der Armenküche kochen seit 25 Jahren am Burgplatz für Bedürftige. Am Tag kommen bis zu 100 Menschen.
    Foto: Philipp Rose
    Pater Wolfgang (rechts) und das Team der Armenküche kochen seit 25 Jahren am Burgplatz für Bedürftige. Am Tag kommen bis zu 100 Menschen.
    Düsseldorf.  Seit 1992 gibt es am Burgplatz täglich eine warme Mahlzeit für Arme. Neben deftigem Essen gibt es für auch Hilfe bei der Bürokratie-Bewältigung.
    Eigentlich sind 25 Jahre Armenküche kein Grund zum Feiern – denn es bedeutet in erster Linie, dass es immer noch zu viele Menschen gibt, die zu wenig Geld haben sich eine richtige warme Mahlzeit zu kochen. Keine 500 Meter entfernt vom Andreasquartier – dem neuen schicken „Wohnzimmer Düsseldorfs“ für jedermann – stehen die ersten Leute vor dem Eingang der Armenküche und warten, dass die Türe geöffnet wird. Jeden Tag gibt es am Burgplatz 3 in der Zeit zwischen 12.30 Uhr und 14.30 Uhr für 50 Cent eine warme Mahlzeit. Auf der Speisekarte stehen vor allem deftige Gerichte: Erbsensuppe, Gulasch mit Nudeln – wer will, bekommt so oft er möchte einen Nachschlag.
    „Ich habe immer davon geträumt, dass die Armenküche überflüssig wird“, sagt Pater Wolfgang, der inoffizielle Chef der Armenküche. „Dass es uns gibt, ist ein Zeichen der Verantwortungslosigkeit der Verantwortlichen", betont er und verweist auf die schwache Solidarität Deutschlands, wo seiner Meinung nach mehr für reiche, als für arme Kinder getan wird.
    Armenküche hat zahlreiche Projekte ins Leben gerufen
    Ein bisschen stolz sind Pater Wolfgang und sein Team dann aber doch auf das, was sie seit 1992 auf die Beine gestellt haben. Denn die Arbeit geht mittlerweile weit über die einer Armenspeise hinaus. Sie haben etliche Projekte ins Leben gerufen, darunter ein Bündnis für bezahlbaren Wohnraum, einen Trostkreis zur Trauerbewältigung und medizinische Hilfe für Wohnungslose. Mit der Obdachlosenzeitung fifityfifty wird eng zusammengearbeitet, es besteht immer Kontakt zu städtischen Behörden, wie dem Jugend- und Sozialamt. Denn was bei den Gästen, die zum Essen vorbeikommen, deutlich wird, ist die bürokratische Überforderung im Alltag. „Wenn eine Familie ein soziales Problem hat, dann müssen die für ihre Sozialleistungen mindestens zu fünf Ämtern gehen “, sagt Pater Wolfgang und bezeichnet den Bürokratieprozess als „entwürdigendes Ämter-Hopping“. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Bedürftigen nicht richtig lesen und schreiben kann, was die ohnehin schon oft komplizierten Amtsgänge erschwert. Deshalb hat sich in der Armenküche mittlerweile auch ein Büro eingefunden, in denen die Sozialarbeiter Marion Gather und Holger Kirchhöfer den Leuten vor Ort helfen.
    Täglich wird für bis zu 100 Gäste in der Küche gekocht
    In der Armenküche arbeiten derzeit sechs hauptamtliche und etwa 60 ehrenamtliche Mitarbeiter. Finanziert wird das ganze durch Spenden, die Stadt stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Die Räume sind klein, „sorgen dafür aber für eine besondere Atmosphäre“, so der Pater. Wenn am Tag bis zu 100 Gäste erscheinen, wird in Schichten gegessen. „Wir lassen niemanden zurück. Wer bis 14.30 Uhr kommt, kriegt etwas Warmes zu Essen“, so Pater Wolfgang.

    http://www.nrz.de/staedte/duesseldorf/duesseldorfer-armenkueche-kocht-seit-25-jahren-fuer-beduerftige-id210167707.html

    Pater Wolfgang (rechts) und das Team der Armenküche kochen seit 25 Jahren am Burgplatz. Am Tag kommen bis zu 100 Menschen.

    Weg mit der Armenküche (Düsseldorfer Anzeiger, 6.4.2017)

     


    Weg mit der Armenküche


    Das Team der Altstadt-Armenküche: Holger Kirchhöfer, Marion Gather, Johanna Lochner, Swantje Poschmann, Hubert Doods, Christian Piel-Bruch, Inge Dreier, Eva Ziob und Pater Wolfgang (v.l.). FOTO: mivi
    "Schafft die Armenküchen ab!"- Das fordert Pater Wolfgang zum 25-jährigem Bestehen der Armenküche am Burgplatz. Von Milka Vidovic

    Wenn Pater Wolfgang von den in Not geratenen Menschen erzählt, die die Armenküche in der Altstadt besuchen, dann nennt er sie "unsere Gäste". Er verzichtet bewusst auf Begriffe wie "Obdachlose", "Hartz 4-Empfänger" oder "Arme". "Bei uns sind alle auf Augenhöhe, und jeder wird mit Würde behandelt. Wir kochen hier auch nicht mit Resten. Die Leute bekommen eine vollwertige Mahlzeit", sagt er.

    Seit 25 Jahren gibt es die Altstadt-Armenküche. Und genau so lange schon fordert der Dominikaner ihre Abschaffung: "Wir leisten hier jeden Tag sehr wichtige Arbeit, aber ist es nicht traurig, dass es solche Küchen überhaupt geben muss?"

    Pater Wolfgang träumt von besseren Lebensverhältnissen, in denen Menschen weder in die Armenküche noch zu anderen Suppenküchen oder zu Tafel gehen müssen, weil sie sich eine "normale" Mahlzeit nicht leisten können. Er fordert eine soziale und gerechte Gesellschaft, in der Grundsicherung und Hartz 4 für ein Leben in Würde ausreichen und allen Menschen ermöglicht, an Kulturveranstaltungen in der Stadt teilzunehmen.

    Seit ihrer Gründung im Jahr 1992 setzt sich die Altstadt-Armenküche für Menschen ein, die in Düsseldorf am Rande der Gesellschaft leben. Marion Gather ist schon seit 23 Jahren dabei und kümmert sich um die Anliegen und Probleme der Gäste. Denn neben der Essensausgabe ist die Sozialarbeit ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. "Viele brauchen Unterstützung bei Anträgen zur Sozialhilfe oder dem Arbeitslosengeld oder suchen Hilfe wegen ihren Sucherkrankungen. Da springen wir dann ein", erklärt die Sozialarbeiterin.

    Marion Gather kann sich mittlerweile keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen. Wenn sie in Not geratenen Menschen helfen konnte, macht sie das glücklich. Traurige Momente gibt es natürlich auch, sagt sie. So starben im vergangenen Jahr 16 Menschen, die sie begleitet hatte. Manche wegen Krankheit, andere an einer Überdosis.

    Zum 25-jährigem Bestehen der Küche wird es im Laufe des Jahres mehrere Veranstaltung geben. Heute gibt es zwischen 12 Uhr und 14 Uhr auf dem Marktplatz ein Live-koch-Event. Unter dem Motto "Düsseldorfer kochen für Bedürftige" laden TV-Koch Dirk Hofmann und weitere Düsseldorfer Prominente zum Essen ein.

    Weitere Veranstaltungstermine gibt es unter www.armenkueche.de/aktuelles.

    www.duesseldorfer-anzeiger.de/die-stadt/weg-mit-der-armenkueche-aid-1.6739143

    Respekt und warmes Essen (Düsseldorfer Anzeiger, 5.4.2017)

    5. April 2017 |
    Respekt und warmes Essen
    Swantje Poschmann arbeitet seit 17 Jahren in der Armenküche in der Altstadt. Gast Jan Biel kommt regelmäßig zum Mittagessen vorbei. FOTO: mivi
    Der Speisesaal der Altstadt-Armenküchen ist brechend voll. Jeden Tag zwischen 12.30 und 14.30 Uhr kommen bedürftige Menschen hier her, um wenigstens ein Mal am Tag eine warme Mahlzeit zu bekommen. In den Räumen am Burgplatz 3 gibt es aber nicht nur etwas zu essen. Hilfesuchende finden hier auch ein offenes Ohr für ihre Probleme. Von Milka Vidovic
    "Bei uns geht es nicht nur ums Essen", sagt Swantje Poschmann und schöpft mit der Suppenkelle eine Portion Eintopf auf den Teller von Gast Jan Biel. "Hinter jedem Schicksal unserer Gäste steht ein Mensch, der Respekt verdient."
    Seit 17 Jahren arbeitet Swantje Poschmann in der Altstadt-Armenküche. Rund 100 Mahlzeiten am Tag bereitet sie mit zwei weiteren Mitarbeitern und 60 Ehrenamtlern vor.
    Damit pünktlich ab 12.30 Uhr hilfsbedürftige Menschen ihr Mittagessen bekommen können, fängt das Küchenteam bereits um neun Uhr an, Gemüse zu schnibbeln. "Das ist viel Arbeit und sehr anstrengend, aber wenn ich in die zufriedenen Gesichter der Leute schaue und sie mir sagen, dass es geschmeckt hat, weiß ich, dass sich die Mühe lohnt", sagt Swantje Poschmann.
    Seit 25 Jahren gibt es die Armenküche in der Altstadt. Und das wird gefeiert: Mit der Aktion "Düsseldorfer kochen für Bedürftige” wird es am Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr auf dem Marktplatz ein gemeinsames Mittagessen geben.
    Eingeladen ist jeder.
    www.duesseldorfer-anzeiger.de/die-stadt/respekt-und-warmes-essen-aid-1.6736714

    Swantje Poschmann arbeitet seit 17 Jahren in der Armenküche in der Altstadt. Gast Jan Biel kommt regelmäßig zum Mittagessen vorbei.

    Pro­mis sam­meln für Alt­stadt-Ar­men­kü­che (RP, 28.3.2017)

    Pro­mis sam­meln für Alt­stadt-Ar­men­kü­che
    (jaw) Die Alt­stadt Ar­men­kü­che fei­ert die­ses Jahr ihr 25-jäh­ri­ges Be­ste­hen. Grund ge­nug, um ih­re Ar­beit zu un­ter­stüt­zen, dach­ten sich Jörn Wei­gel und Ben­ja­min Rauh. Die Er­schaf­fer der Co­mic-Fi­gur „To­ni“ ha­ben ein Pla­kat ih­rer Fi­gu­ren ent­wor­fen und auf der Lein­wand vie­le be­kann­te Düs­sel­dor­fer un­ter­schrei­ben las­sen.
    Mit da­bei sind un­ter an­de­rem die For­tu­na-Spie­ler Axel Bel­ling­hau­sen und Oli­ver Fink so­wie Da­ni­el Kreut­zer von der DEG. Auch Wa­gen­bau­er Jac­ques Til­ly und der frü­he­re Ra­dio­mo­de­ra­tor Man­ni Breuck­mann ha­ben auf dem Pla­kat un­ter­schrie­ben. Das Uni­kat wird auf der Platt­form Ebay ver­stei­gert. Bis ges­tern wa­ren bei der Auk­ti­on, die heu­te ge­gen 13 Uhr en­det, be­reits mehr als 800 Eu­ro zu­sam­men­ge­kom­men. Zu fin­den ist das An­ge­bot un­ter dem Stich­wort „Lein­wand To­ni & Fri­ends“.
    Es ist nicht das ers­te Mal, dass die Er­schaf­fer der Co­mic-Fi­gur „To­ni“ für ei­nen gu­ten Zweck sam­meln. Be­reits 2016 lie­ßen sie un­ter dem Mot­to „To­ni & Fri­ends“ auf ei­nem Pos­ter un­ter­zeich­nen, das an­schlie­ßend zu­guns­ten des Kin­der- und Ju­gend­hos­piz Re­gen­bo­gen­land ver­stei­gert wur­de. Bei „To­ni“ han­delt es sich um ei­ne Co­mic-Fi­gur mit star­kem Hei­mat­be­zug. Sie er­lebt Ge­schich­ten, die viel mit Fuß­ball und Eis­ho­ckey zu tun ha­ben. Vie­le be­kann­te Düs­sel­dor­fer wur­den be­reits in die Co­mi­cwelt über­tra­gen. Zum Bei­spiel Mu­si­ker wie Do­ro Pesch und Hei­no, aber auch Welt­meis­ter To­ni Tu­rek, Li­te­rat Hein­rich Hei­ne und Kur­fürst Jan Wel­lem.

    Axel Bellinghausen unterzeichnet das Plakat. Foto: Boris Zorn

    Armenküche ist höchst alarmiert (Express, 7.2.2017)

    Armenküche: Mehr als ein Essen (WZ, 5.1.2017)

    Armenküche: Mehr als ein Essen
    5. Januar 2017 - 20:06 Uhr
    Von Ines Arnold
    Marion Gather ist Sozialarbeiterin in der Armenküche am Burgplatz. Bei ihr finden Obdachlose Hilfe und Halt.
    Das Team: Christian Piel, Anja Grote, Inge Dreier, Johanna Lochner, Rolf Härtel und Marion Gather (v. l.).

    Düsseldorf. Es klopft. Marion Gather sprintet in den Flur, den Telefonhörer am Ohr. Sie gestikuliert, macht den zwei Männern vor der Glastür deutlich, dass sie sich noch einige Minuten gedulden müssen. Eigentlich ist ihre Sprechstunde erst in einer halben Stunde. Eine Ausnahme macht die Sozialarbeiterin aber – wie so oft – gerne.

    Seit 23 Jahren arbeitet sie in der Armenküche am Burgplatz, einem unabhängigen Verein, der sich allein durch Spenden finanziert. Sie ist Ansprechpartnerin und Vertraute für viele Obdachlose, die Hilfe bei Ämterkontakten, der Wohnungssuche und anderen Problemen suchen.

    Nebenan in der Küche brutzelt das Hähnchen in der Soße. Seit 9 Uhr stehen Christian Piel und Johanna Lochner am Herd. Auch heute werden pünktlich um 12.30 Uhr rund 90 Portionen warmes Essen an Bedürftige ausgegeben - wie jeden Tag im Jahr. Außer Rosenmontag. „Denn an Karneval kommt hier niemand rein noch raus“, sagt Marion Gather, die mittlerweile das Telefonat beendet und die zwei Männer in ihr winziges Büro gebeten hat.

    Sascha Delvos, einer der zwei, ist ein alter Bekannter. „Früher war ich öfter hier“, sagt der 41-Jährige. Lange Zeit habe er auf der Straße gelebt, dank Gathers Hilfe beziehe er nun Sozialhilfe und schlafe mal hier, mal dort auf der Couch. „Sie ist die Beste“, sagt er über die Sozialarbeiterin. „Sie beißt sich fest. Sie lässt nicht locker. Und gibt einem den nötigen Tritt in den Hintern.“

    Ob in der Sprechstunde oder bei der Essensausgabe – jeder werde in den Räumen der Armenküche gleich behandelt. „Ob er nun betrunken ist oder schlecht riecht, weil er schon lange keine Dusche mehr hatte.“ Heute braucht der 41-Jährige noch einmal Marion Gathers Hilfe. Er will endlich einen dauerhaften Wohnsitz haben. Bei seinem Kumpel könnte er unterkommen, aber dem will er auch nicht auf der Tasche liegen. Marion Gather nimmt sich Zeit für die beiden Männer. Am Ende verspricht sie, sich noch heute mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen.

    Marion Gather hilft einer Frau, die ihr Bahnticket nicht zahlen kann

    Spenden Die Armenküche ist ein unabhängiger Verein, der auf Initiative der Dominikaner entstanden ist. Vorsitzender ist bis heute Pater Wolfgang (Sieffert). Die Armenküche lebt ausschließlich von Geldspenden. Damit werden Lebensmittel beim Großmarkt gekauft. Einzelne Lebensmittelspenden gibt es auch: Ein Bäcker liefert regelmäßig Brot. Die Gäste zahlen pro Besuch 50 Cent. Ehrenamt Fünf hauptamtliche Helfer in Teilzeit und rund 60 ehrenamtliche Helfer betreiben die Armenküche. Wer mitmachen möchte, kann sich unter Telefon 3 23 77 80 melden. Jubiläum In diesem Jahr besteht die Armenküche 25 Jahre.

    Kaum sind die beiden aus der Tür verschwunden, klopft es erneut. Eine junge Frau, deren Papiere abhanden gekommen sind, hat keinen Cent mehr in der Tasche. Sie kann weder ihre Rezepte fürs Methadon noch ein Bahnticket bezahlen. Ohne Ausweispapiere erhält sie keine Sozialleistungen. Marion Gather kramt in einer Kiste und drückt der Frau Sekunden später zwei Rheinbahntickets in die Hand. Erleichtert steckt die junge Frau die Karten in die Hosentasche. „Das ist schon mal super, die kontrollieren zurzeit voll oft in der Bahn. Noch mehr Ärger kann ich mir nicht leisten.“

    Dann nimmt sich die junge Frau noch einige Exemplare der Obdachlosenzeitung Fifty-Fifty. Einen Ausweis für den Verkauf hat sie bereits, die Einnahmen kann sie behalten. Die junge Frau bedankt sich und verspricht, morgen wiederzukommen. Marion Gather weiß, dass sie sich vermutlich nicht daran halten wird.

    „Das alles funktioniert nur im Team.“

    Marian Gather über die Arbeit in der Armenküche

    Es ist mittlerweile 12.30 Uhr. In der Küche nebenan ist alles für die Essensausgabe vorbereitet. Johanna Lochner öffnet die Glastür, vor der schon ein Dutzend Menschen warten. Mit einem Strahlen auf dem Gesicht verkündet sie das heutige Menü: Hähnchen mit Reis, als Beilage Eisbergsalat und als Nachtisch Himbeercreme. In dem schmalen Flur bildet sich eine lange Schlange. Marion Gather steht im Türrahmen ihres Büros und begrüßt die Gäste lächelnd. Die meisten Gesichter sind ihr langjährig bekannt. Sie grüßt, schüttelt einige Hände, erkundigt sich nach dem Befinden, quatscht über das Wetter.

    18 Menschen finden gleichzeitig einen Sitzplatz. Rolf Härtel, ein pensionierte Elektroingenieur, der seit sechs Jahren ehrenamtlich einmal wöchentlich in der Armenküche hilft, reicht jedem Gast einen Salat. „Das alles funktioniert nur im Team“, kommentiert Gather das Treiben.

    All die Menschen, denen sie täglich begegnet, sind ihr ans Herz gewachsen. Dazu zählen die Kollegen, aber auch die vielen Menschen, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen. „Ich habe von ihnen gelernt. Über die vielen Möglichkeiten des Lebens und des Überlebens, darüber, wie viel man als Mensch aushalten kann, aber auch über Solidarität untereinander.“

    Brenzlige Situationen habe es aber selbstverständlich auch gegeben. „Das bleibt nicht aus. Ein Drittel der Menschen, die herkommen, sind psychisch krank oder haben eine Suchterkrankung“, sagt Gather. Das Team wisse aber ganz genau, wie es sich in einer solchen Situation verhalten muss: Die männlichen Mitarbeiter halten sich zunächst zurück. Marion Gather und ihre hauptamtliche Mitarbeiterin versuchen dann zu schlichten. „Das schwierigste daran ist, unsere Leute davon abzuhalten, einzuschreiten und uns zu helfen“, sagt Gather.

    Bedroht gefühlt habe sie sich sicherlich schon mal. „Aber wenn ich jemals Angst bekäme, dann müsste ich wohl gehen.“ Die Mutter zweier erwachsener Kinder hat Rituale gefunden, mit deren Hilfe sie genügend Abstand zur Arbeit gewinnt. „Ich gehe jeden Tag zu Fuß nach Hause. Da lasse ich den Tag Revue passieren und finde einen Abschluss.“

    Manchmal aber fällt der ihr ganz besonders schwer: „Im vergangen Jahr sind 16 Menschen gestorben. Darunter ein Mann, den ich seit 23 Jahren begleitet habe. Das ist mir sehr nahe gegangen.“

    www.wz.de/lokales/duesseldorf/armenkueche-mehr-als-ein-essen-1.2348570